Im Wesentlichen hängt die Ökobilanz einer Wärmepumpe von zwei Faktoren ab:
- vom erreichten Wirkungsgrad, also der erreichten Jahresarbeitszahl (JAZ) und
- der Zusammensetzung des Stromes (d.h. erzeugt aus Wasserkraft oder aus kalorischen Kraftwerken oder einer Mischung wie z.B. dem EU-Stromerzeugungsmix) mit der die Wärmepumpe betrieben wird
Die Jahresarbeitszahl JAZ
Aus mehreren neutralen Untersuchungen geht hervor, dass jede Wärmepumpe, die eine Jahresarbeitszahl über 3,0 erreicht, einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Ab der Jahresarbeitszahl über 3,0 ist die Wärmepumpe, auch mit der ungünstigsten Variante der Stromgewinnung in einem alten kalorischen Kraftwerk, gegenüber einer Öl- bzw. Gasheizung im Vorteil.
Je höher also die Jahresarbeitszahl, desto besser der ökologische Nutzen für die Umwelt. Darum ist in den einzelnen Landesförderungen für Wärmepumpen eine Jahresarbeitszahl von mindestens 4,0 vorgeschrieben.
In einer ökologischen Reihung der Heizsysteme ist die Wärmepumpenheizung an dritter Stelle. Nur die Wärmeversorgung über thermische Sonnenkollektoren oder durch eine Holzheizung sind deutlich ökologischer.
Der Strommix
Der Strom aus ihrer Steckdose wird von hunderten Kraftwerken aus ganz Europa in den sogenannten Stromverbund eingespeist. Diese Mischung nennt man Stromerzeugungsmix. Abhängig vom Typ des Kraftwerks wird bei der Stromherstellung CO2 freigesetzt. Nur Strom aus erneuerbarer Energie wie Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik usw. ist CO2 frei.
D.h., abhängig von ihrem Stromversorger bzw. ihrem gewählten Stromprodukt beeinflussen Sie die Ökologie ihrer Wärmepumpenanlage.
Die Luftwärmepumpe
Systembedingt werden mit Luftwärmepumpen deutlich geringere Jahresarbeitszahlen erreicht. Aus diversen Feldmessungen (z.B. Feldanalyse von Wärmepumpenanlagen Schweiz FAWA 1996 - 2003, (ans Ende scrollen); und Feldtest Lahr 2008 geht hervor, dass mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitszahl von 2,6 kalkuliert werden kann. (Basis: EFH-Neubau, Niedertemperatursystem, Luftwärempumpe für Heizung + Warmwasser).
Im Vergleich zu modernen Öl- und Gaskessel sind mit der Luftwärmepumpe keine ökologischen Vorteile erreichbar. Eine moderne Öl- oder Gasbrennwertheizung kombiniert mit einer thermischen Solaranlage zu Warmwasserbereitung ist ökologisch besser als eine Wärmepumpenheizung mit einer JAZ unter 3,0.
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