Bei Sanierungen wird oft nach paralleler Nutzung der alten (bestehenden) Heizung zusammen mit einer neuen Wärmepumpe gefragt.
Die Anzahl der Tage pro Jahr in denen die tiefstenTemperaturen herrschen ist relativ gering. Die Grafik zeigt, dass es an einem Standort ca. 20 Tage sind, an denen die Außentemperatur unter -5°C liegt.
Die Idee ist nun, dass die Grundlast (das sind die meisten Tage des Jahres) von der Wärmepumpe abgedeckt wird. An den kältesten Tagen jedoch wird zur Spitzenlastabdeckung die zweite (alte Öl-, Gas-, Holz-) Heizung dazugeschaltet.
Die beiden Heizungen sind so zusammen geschaltet, dass die Wärmepumpe den Wärmebedarf bis zum sogenannten Bivalenzpunkt deckt. Der Bivalenzpunkt ist jene Außentemperatur, bei der die zweite Heizung ganz oder teilweise den Betrieb übernimmt.
Es gibt folgende Varianten:
- Altenativer Betrieb
Die Wärmepumpe leistet den Betrieb bis zum Bivalenzpunkt allein. Bei Unterschreitung schaltet die Wärmepumpe ab und die zweite Heizung übernimmt allein den Heizbetrieb. Dieser Betrieb ist nur zu empfehlen, wenn sehr hohe Vorlauftemperaturen benötigt werden oder die Wärmequelle eine sehr geringe Leistung liefert.
- Paralleler Betrieb
Die Wärmepumpe leistet den Betrieb bis zum Bivalenzpunkt allein.
Bei Unterschreitung wird die zweite Heizung dazugeschaltet - der Wärembedarf wird gemeinsam gedeckt.
- Teilparalleler Betrieb
Eine Komination aus beiden Systemen: Zuerst paralleler Betrieb, und bei Erreichen eines zweiten (noch tieferen) Bivalenzpunktes umschalten auf altenativen Betrieb.
Die Betriebskosten können durch diese effizienten Betriebsweisen optimiert werden. Der generelle Nachteil ist, dass zwei Heizsysteme betrieben werden. Damit fallen höhere Service- / Wartungskosten an und letztendlich müssen zwei Heizsysteme erneuert werden.


